Chig Memories

CHIG DIARY
by John "Bro"
Chig #3

John Bro

"Who monitors the birds?"

November 13, 1995


Central Casting's Steve Riker hat eine weitere Nachricht die Serie „SPACE: Above and Beyond“ betreffend auf meinem Anrufbeantworter hinterlassen. Nachdem ich fast eine Woche nichts von ihnen gehört hatte, begann ich daran zu denken dass das wohl kein weiterlaufendes Engagement werden würde. Wieder gemischte Gefühle – es war wieder ein harter Gig der auszuhalten war. Ich hatte immer noch Abschürfungen vom Tragen des Alien Kostüms an meinem Körper. Aber auf der anderen Seite .... es war ein Job --- und es war Network television. Also rief ich Central... zurück und bestätigte meine Verfügbarkeit. Gott steh mir bei. :-)

Ich wurde informiert das es ein „vor Ort“ Auftrag war – in einem Canyon, nördlich von Malibu. Das Calabassas / Agoura Gebiet, um etwas präziser zu sein. Ganz genau hieß der Fleck Lake Sherwood. Es war ein kleiner Platz, 30 Minuten außerhalb von nirgendwo, speziell ausgewählt für den Zweck große Special Effects Bomben explodieren zu lassen. Riker fuhr fort mir zu erzählen dass ich mich darauf einstellen sollte für ca. 1 Woche an diesem Einsatz zu arbeiten. Die gute Sache daran war das festgelegt wurde das alles 'Nachtaufnahmen' sein würden. Das bedeutete das man uns nicht vor Sonnenuntergang brauchen würde. Möglicherweise wäre ich in der Lage etwas Schlaf zu bekommen .... möglicherweise.

November 15, 1995
(Wednesday - Lake Sherwood, California) 

Die Sonne ging gerade unter als ich um 18:30 Uhr vor Ort für meinen Auftrag eintraf. Es war dunkel als ich auf den Parkplatz fuhr. Es war dunkel und ominös dort draußen. Alles was mir anzeigte das ich am richtigen Platz war, war ein entferntes Glühen von Lichtern. Ich parkte und sprang in den Transportbus der die Schauspieler zu den Garderobenwagen bringen sollte. Als ich in die Einfriedung wo die Ausrüstungswagen standen ging, bemerkte ich eine Gruppe von Leuten die sich um ein paar Butanheizer herum zusammen kuschelten. Es war noch nicht richtig Nacht und der Canyon war schon kalt. Sobald ich den Transporter verlassen hatte, ging ich zum Service Tisch und holte mir eine Tasse Kaffee. Ich drehte mich um und da stand die Director's Guild Praktikantin, Maria Battle. Sie war stellvertretender P.A. für die Chigs und sie hatte unsere Gutscheine. Maria erzählte mir, dass keine große Eile bestand ... aber das ich es einrichten sollte bald zum Check-In zu den Garderobenleuten zu gehen. Es war das sprichwörtliche 'hurry-up-and-wait.' Sobald ich das Chig Outfit an hatte, wurde ich schnell in den Wartebereich geschickt .... wo wir für endlose Stunden saßen. Wir verbrachten die Zeit mit Plaudern und damit Kleinigkeiten zu essen. Einer der Höhepunkte des Abends war, als mich John Austin darum bat ihn zu den Ufern von Lake Sherwood zu begleiten um die Pyrotechnics Crew zu beobachten wie sie einige Petroleum gefüllte Specialeffects-Bomben detonieren ließen. Ich war sehr daran interessiert zuzusehen wie die Jungs das machten. Und der Stuntman der durch die Szene lief sah wirklich so aus, als würde man auf ihn schießen.

Als die Production Crew damit fertig war diese Szene zu filmen, machten sich John Austin und ich wieder auf den Weg zurück an die Stelle die für uns als Wartebereich bestimmt worden war. Wir schnappten uns eine weitere Tasse Kaffee und setzten uns in die Nähe der Luftheizer. Es war während dieser Zeit, als ich Dale Dye zum ersten mal traf. Er ist ein bekannter Schauspieler, militärischer Berater der Filmindustrie ... und ein Veteran aus dem Vietnam Krieg. Es lies mich erstarren seine wirklichen Kriegsgeschichten zu hören. Ich versuche nicht einmal, seine Geschichte hier zu kommentieren - außer das es wirklich erstaunlich ist dass der Mann noch lebt um seine Geschichte zu erzählen. Eines kann ich sagen, ich fühlte mich unglaublich gesegnet nicht das erlebt haben zu müssen was er erlebte. Und ich fühlte mich extrem glücklich nicht die Verletzungen erdulden zu müssen die er erlitten hatte. Als ich ihn offen nach seinen inneren Gefühlen über diese Erfahrungen fragte, vertraute er mir an dass er es wieder tun würde. Ich war ... und ich bin immer noch sehr geehrt ihn getroffen zu haben.

Wir unterbrachen gegen 22:00 Uhr für‘s Abendessen. Wie immer leistete der Cateringservice wundervolle Arbeit mit dem Essen das sie für uns zubreitet hatten. Persönlich hatte ich prime rib und Salat. Andere hatten verschiedene Zusammenstellungen aus Fisch und Huhn. Ich muss sagen dass dies eine der größten Vergünstigungen dieses Geschäfts ist. Wir essen immer sehr gut.

***

Gegen Mitternacht ... wurden wir Chigs angewiesen zum Requisitenwagen zu gehen und uns spezielle Taschenlampen zu holen. Nach genauerer Untersuchung --- bemerkte ich dass die Lampen grüne Linsen hatten. Dann wurden wir hoch nach oben auf eine Seite eines Berges beordert wo eine Kamera positioniert war. In dieser Szene wurden wir Chigs angewiesen einfach nur unsere Lichter umhergleiten zu lassen, so als ob wir auf der Suche nach Eindringlingen wären. Es war kalt auf dem Berg und ziemlich langweilig. Aber wir schlossen die Szene schnell ab und wurden zurück in unseren Aufenthaltsbereich geschickt.

Über eine Stunde später wurden wir Chigs wieder herbeigerufen. Dieses Mal bekamen wir unsere Chig Gewehre. Die meisten von uns hatten die Fiberglas-Requisiten, aber John Austin bekam noch einmal die scharfschießende Spezialeffekt-Waffe. Dann wurden wir zurück hinauf auf den Berg gebracht. In dieser Szene sollten wir, vermutlich,
Rodney Rowland verfolgen und auf ihn schießen. Es war einleuchtend für mich dass die Szenen nicht in der Reihenfolge des endgültigen Schnitts gefilmt wurden.

Das war eine weitere relativ langweilige Szene und es wurde zunehmend kälter auf dem Berg. Es gab eine Situation die damals sehr ernst, aber im Rückblick eher lustig war, besonders weil niemand verletzt wurde. Wir mussten mehrere Wiederholungen von dieser Szene drehen. Die erste Zeit über schoss John Austin's Waffe lodernde gebündelte Perofin Schwaden die direkt neben ihm auf dem ausgetrockneten Grass landeten und sich dort wo er stand, entzündeten. John bemerkte nicht dass er gerade an diesem Punkt stand und die Flammen um ihn herum wuchsen. 'Yo-dee-doe' – er sah sich um und genoss die Szenerie. Das nächste was John erkannte war das wir vom Treibgas des Feuerlöschers eines Crew- Mitglieds verschlungen wurden. Als es vorbei war mussten wir alle sehr lachen. Aber, ich denke es war wirklich sehr knapp und nicht wirklich ein Grund zum lachen. Es ist nur so, dass es irgendwie surreal zu sein schien ... wie etwas was man in einem Cartoon zu sehen erwartet.

***

Wir wurden wieder zurück in den Aufenthaltsbereich mit den Heizlüftern geschickt. Ich schnappte mir etwas Kaffee und wurde bald angewiesen zu einem anderen Bereich am Drehort zu gehen, wo eine andere Szene gedreht wurde. Dieses Mal war Jason bei mir. Während wir die dreckige Straße zur Produktionscrew hinunter schlenderten,
sah ich einen Moment zu den Kränen hinauf an denen die Spot- Lichter angebracht waren. Da waren große Bündel elektrischer Kabel überall auf dem Boden des Gebiets verstreut. Eine dicker werdende Schicht aus Nebel legte sich über die Gegend und sorgte für eine unheimliche Beleuchtung. Die Lichter erinnerten mich wie 'cool' --- wie unglaublich es war ... das ich tatsächlich an einer Network television show teilnahm. Dieser Gig war hart zu erdulden. Aber er war auch die Verwirklichung eines Traums. Und hier, jetzt, war ich mittendrin.

Als wir zu dem Platz gingen wo sich die Kameracrew aufhielt sagte Gere, der 2. A.D., Jason und mir das wir an der Seite warten sollten. Wir konnten Kristian sehen, der schon am Set war. Ein paar Stuntman waren auch in der Szene. Sie standen bei einem großen Felsen, und hatten anscheinend etwas Ausrüstung gefunden, die der Charakter Hawkes versehentlich hatte fallen lassen. Die Requisite sah wie eine Art Signalfinder aus – oder möglicherweise ein GPS Transponder.

Ich ging dann hinüber hinter den Stuhl des Regisseurs und schaute auf seinen Fernsehmonitor. Ich vermutete dass diese Szene wahrscheinlich aus Sicht von 'Hawkes' gesehen werden würde. Es sah wie etwas aus, dass er möglicherweise durch das Fernglas an seinem Gewehr gesehen haben könnte. Als die Production Crew die Szene
filmte, wurde den Stuntman ein Zeichen gegeben. Dann ließen sich auf den Boden fallen, so als ob sie erschossen worden wären. Ohne die Wirkung der ganzen hinzugefügten Spezialeffekte, war das ziemlich lustig zu beobachten. Die Stuntman mit den Gummihelmen sahen sehr käsig im Vergleich zu den regulären Fiberglas Chigs aus. Aber hinter der Kamera, ist es schwerer den Unterschied zu erkennen.

Als die Sequenz mit den Stuntman fertig war, wurden Kristian und ich geschickt unseren Platz einzunehmen. Wir scherzten darüber wie gut wir tote Aliens darstellen würden. Ich sagte Kristian dass das bis jetzt meine beste Szene werden würde und das ich erwartete dass 'Mr. DeMille' mir nun meine 'Nahaufnahme' geben würde. Nachdem wir uns an die Position wo die Stuntman hingefallen waren hingelegt hatten, beugte sich einer der Requisitenjungs über mich und legte mir das GPS Instrument dass 'Hawkes' versuchte wiederzubekommen, in meine rechte Hand.

Wir verbrachten die nächsten 20 Minuten damit nur hier rumzuliegen, während die Produktionsmannschaft das richtige Licht einstellte – und die Kameraleute ihre Objektive fokussierten. Dann wurde Rodney Rowland rüber ans Set gebracht um einige Proben zu machen. Das erste Mal, als er an mir vorbeiging, trat er gegen mich, aber ich sagte nichts. Während des zweiten Durchgangs trat Rodney wieder gegen mich. Dieses Mal schreckte ich zurück. Sogar durch die dünnen Schlitze meines Chighelms konnte ich sehen dass er überrascht war. Dann kommentierte er dass er nicht bemerkt hatte das da wirklich jemand in den Chigkostümen steckte. Wir lachten alle und fuhren
dann fort die Szene wirklich zu filmen.

Ich bekam meine 'Nahaufnahme' --- und portraitierte den toten Alien tadellos. Bald waren wir fertig und wir Chigs wurden für diese Schicht entlassen. Als wir zurück in den Bereich gingen wo die ganzen Wohnwagen geparkt waren, dachte ich noch einmal über die Lichter nach die die ganze Gegend beleuchteten. Ich erinnere mich dass ich mich aufgeregt fühlte ... und stolz .. das ich tatsächlich an diesem Ort war. Ich fühlte mich irgendwie wie Geschichte ... mine anyway. Und ich wünschte mir dass meine Freunde und meine Familie es alles mit mir sehen könnten. Obwohl ich nur ein Hintergrunddarsteller war ... bloß ein Chig .... lebte ich einen großen Teil meines Traumes. Dann sah ich runter auf die unbefestigte Straße und bemerkte dass die Requisitenjungs ungewollt 'Hawkes Entlassungspapiere' hatten fallen lassen. Ich schnappte sie mir schnell und nahm sie mit mir.

November 16, 1995

Donnerstag Nacht. Wieder hatten wir eine Arbeitszeit die mit dem Sonnenuntergang zusammenfiel. Es war wieder einer dieser Die-ganze-Nacht-Drehs für die Chigs. Nachdem wir erneut in diese miserablen Blechdosen, die sie Chig-Kostüme nannten, gesteckt worden waren, wurden wir wie immer in unseren Wartebereich mit den Heizlüftern geschickt. Wie gewöhnlich saßen wir dort für Stunden. Ich bekam die Möglichkeit zusätzliche Zeit für ein Gespräch mit Dale Dye zu haben. Je mehr ich über diesen Mann lernte, umso interessanter wurde er für mich. Ich denke wirklich dass er ein Buch über sein Leben schreiben sollte. Wenige können sich vorstellen was der Bursche in seinem Leben durchgemacht hat. 

Es war ebenfalls die Nacht in der ich die erste Gelegenheit bekam mit Glen Cambell zu sprechen, dem Special Effects Graphics Supervisor für 'Area 51.' Ich denke ich erwartete dass er so arrogant und unzugänglich war wie die meisten anderen von Hollywoods 'up-piddy-ups,' – aber im Gespräch war er ein ganz normaler Typ. Er hatte keine Vorurteile mich betreffend, weil ich nur ein einfacher Statist war. Und ich fühlte während dieser Zeit, soweit es möglich war, dass ich einen Freund gewonnen hatte. Glen Cambell hat eine Art mit Menschen umzugehen, bei der man sich so fühlt.

***

Etwa um 22 Uhr wurden Sam, John Austin und ich selbst angewiesen zum Set hinüber zu gehen. Dieses mal war die Produktionsmannschaft etwas weiter unter an der dreckigen Straße platziert. Es war ein kleines Dickicht, nahe des Ufers von Lake Sherwood. Wir Chigs wurden einen Seitenpfad entlag geführt, und zurück in einen Bereich der tief im Unterholz lag. Wir hatten es ein klein wenig schwer durch die Bäume zu navigieren, wenn sie eng aneinander gewachsen waren. Maria Battle wurde uns als unser Koordinator für diesen Dreh zugeteilt, weil wir über 50 yards von der Kamera entfernt waren und sie hatte ein Funkgerät mit einem Kopfhörer. Dadurch konnte sie unsere Gruppe leise vor die Kamera dirigieren. Sie tat das mit Handsignalen.

So standen die Chigs, Maria und Steve Mallory (the chig dresser) mitten in dem dichten Dickicht, während die Filmcrew ihre Kameras und die Beleuchtung einrichteten. Wir hingen also in den Bäumen und rissen Witze bis wir angewiesen wurden unsere Helme anzuziehen. Es dauerte weitere 20 Minuten bis 'Bear' – der Requisitentyp mit unseren Chig-Gewehr-Requisiten zu uns herüber kam. Dann wurden wir Chigs zu speziellen Positionen geschickt um sicherzustellen dass uns die Kamera nicht sehen konnte bis wir auf den Weg herausrannten. Als der Aufnahmeleiter zufrieden war, mussten wir einige Übungsläufe absolvieren. Als Maria Battle uns das Zeichen gab, rannten wir aus dem Wald auf den Weg. Dann huschten wir zu einem offenen Bereich auf der Hauptstraße und darüber hinaus zu der Stelle wo Dale Dye lag. Er hatte gerade eine Szene beendet in der er angeblich von Chigs aus dem Hinterhalt überfallen worden war. Als der Regisseur mit den Übungen zufrieden war, wurden noch ein paar Einstellungen vorgenommen um die richtige Aufnahme vorzubereiten.

Noch einmal wurden wir ins Unterholz geschickt um auf unseren weiteren Einsatz zu warten. Es sah so aus, als ob es ewig dauern würde. Direkt neben Maria stehend, gab ich – mit dem Helm auf dem Kopf und schwere Atemgeräusche machend, meine beste “Darth Vader” Vorstellung, lauter 'Luke, ich bin Dein Vater!' Witze machend. Sie lachte … aber auf meine Rüstung schlagend, sagte sie mir dass sie Schwierigkeiten hätte die Instruktionen zu verstehen, die über ihr Radio kamen. Irgendwann kam der 1st A.D., Chris Stoia den Weg zu uns herunter gelaufen, und wies uns an uns still zu verhalten. (oops!!) Er sagte, dass ihre empfindlichen Mikrophone unsere Stimmen aufgenommen hätten obwohl wir weit von der Kamera entfernt wären. An diesem Punkt starb unser Herumgealbere und wir konzentrierten uns auf die Fertigstellung der Szene. 

Als der Regisseur zufrieden mit dem war, was er auf seinem Monitor sah, gingen wir rüber und nahmen die Sequenz auf. Ich bin nicht sicher wo das Problem lag, aber sie ließen uns die Szene 5 mal wiederholen. Da wir ca. 40 yards in dieser schweren Chigrüstung liefen, gerieten wir außer Atem. Als sie endlich „die Szene“ im Kasten hatten die sie wollten, erlaubten sie uns unsere Helme abzunehmen. Es dauerte einige Minuten, wieder zu Atem zu kommen, und obwohl es sehr kalt an diesem Abend war, brachen wir Chigs in Schweiß aus. Es war lustig anzusehen, wie bei den anderen Jungs der Dampf vom Kopf aufstieg.

*** 

Wir dachten das wir nun wieder zurück in unseren Aufenthaltsbereich geschickt werden würden, aber sie sagten uns wie sollten stehen bleiben wo wir standen. Nach einigen Minuten wurden Sam, John Austin und ich zum Regisseur Winrich Kolbe und seinem 1st assistant, Chris Stoia gebracht. Herr Kolbe wählte mich sofort aus, und sagte mir dass ich der 'Schwert Mann’ sein sollte. Ich verstand ihn nicht wirklich, bis ‘Bear’ von den Requisiten mit einer beträchtlichen Metallwaffe herüber kam. Es war ein eigenartiges, um nicht zu sagen sehr merkwürdig geformtes Schwert. Die Tatsache das es aus Stahl gefertigt war, machte es schwierig es zu halten. Die einengende Natur der Handschuhe die wir als Chigs tragen mussten, erschwerte die Handhabung der Prop-Waffe. An diesen Handschuhen gab es nur 3 Finger, tatsächlich war der mittlere Finger ein Bereich in dem zwei Finger zusammen untergehgebracht wurden. Es war schon eine Herausforderung nur die Hand zu schließen, geschweige denn irgendetwas zu halten.

Sobald ich die Waffe in meinem Besitz hatte, sagte mir Hr. Kolbe dass ich die Waffe heftig nach unten in Richtung Dale Rye schwingen sollte, der dann vor mir auf der Straße liegen würde. Ich sollte meinen Schlag kurz bevor ich Hrn. Dye treffen würde, abstoppen. Der Regisseur und sein first assistant drehten sich gerade um, um zurück an zu ihrem Regisseurplatz zu gehen. Meine Gedanken begannen zu rasen. Ich war jetzt mit einer Menge ernsthafter Probleme konfrontiert. Erstens konnte ich dieses schwere Schwert kaum halten, geschweige denn heftig schwingen. Ich war besorgt das mir das Schwert entgleiten könnte, oder ich nicht geschickt genug war um es rechtzeitig abzustoppen bevor ich Dale Dye ernsthaft damit verletzten würde. 

Je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr realisierte ich dass ich nicht tun konnte was sie von mir verlangten – jedenfalls nicht so wie sie es angewiesen hatten. Ich realisierte das es sehr wahrscheinlich war dass ich als ausübender „Schwert“ Chig ersetzt werden würde, wenn ich weiter protestieren oder die Weisheit ihrer Anfrage in Frage stellen würde. Vielleicht würden sie mich für diese Szene entlassen … oder möglicherweise sogar für die ganze Show. Aber ich konnte es nicht verantworten Dale Dye wirklich zu verletzen. Und so rief ich nach dem Regisseur; „Hey, Rick?!!” 

Die Gesichtsausdrücke der Anderen deutend, kann ich nur vermuten dass sie sehr überrascht waren, das ich die Kühnheit hatte den Regisseur bei seinem Vornamen zu rufen. Sowohl Hr. Kolbe als auch Chris Stoia drehten sich um. Ich dachte das ich nun in Schwierigkeiten war, stand aber zu meinen Überzeugungen. Und ich erzählte den beiden Männern von meinen Bedenken, die Tatsache betonend das ich kein trainierter Schwertkämpfer war und dass das Chig Kostüm es zu einem gefährlichen Unternehmen macht ... bestenfalls. Ich erwartete dass ich von meinen Pflichten entbunden werden würde. Aber statt dessen überdachten der Regisseur und sein 1st A.D was ich sagte und stimmten mir zu. 

Sie entschieden das Dale Dye durch eine Attrappe ersetzt werden würde. Auf diese Weise konnte ich auf „die Leiche“ mit großer Kraft einhacken – was die Szene wesentlich überzeugender machen würde. Dale war entlastet und glücklich darüber das er nun von dem kalten Boden aufstehen durfte. Und ich denke, dass ich von den Umstehenden etwas Respekt kam, weil ich keine Angst hatte dem Regisseur-Stab meine Meinung zu sagen. Denn ich war in der Lage, sie zu überzeugen das mein Vorschlag seinen Wert hatte. Es war schon ein Risiko, denn es ist eine seltene Gelegenheit das einem nicht vertraglich gebundenen Schauspieler die Möglichkeit gegeben wurde, die Entscheidungen seines Arbeitgebers in Frage zu stellen. Mein kleiner Protest warf die Produktion weitere 20 Minuten zurück, da wir alle warten mussten bis die Attrappe angezogen und zum Set gebracht worden war. 

Das andere Problem das ich hatte war die Tatsache dass ich in der Sequenz bis zu diesem Punkt nur ein Chig-Gewehr hatte. Nun hatte ich plötzlich dieses Alien-Schwert, das ich benutzen sollte. Der Regisseur hatte mich einfach nur gebeten ihre Handhabung zu begreifen und ging dann zurück zu seinem Monitor. Ich versuchte einen Weg zu finden die Waffe an einem der Lebenserhaltungssystemschläuche meines Chig Kostüms aufzuhängen. Das funktionierte nicht. Dann dachte ich daran sie einfach unter meinem Arm zu halten bis ich sie brauchen würde. Aber dass klappte ebenso wenig, da ich dieses dämliche Chig-Gewehr hatte. Ebenso wie die Tatsache das ich Rechtshänder bin und es bedeutet hätte, das ich das Gewehr mit meiner linken Hand hätte halten müssen. Entweder das, oder ich hätte die Waffe auf den Boden werfen müssen. Das ist etwas was ein Soldat nie tun würde, also stand es außerhalb der Frage. 

Das Szenario in dem mich befand wurde mit jeder Minute komplizierter. Mit dem Regisseur und beinahe 100 Productioncrew Leuten die mir zusahen, musste ich innerlich kämpfen um nicht in Panik zu geraten. Ich wusste das es eine Lösung geben musste, aber welche? John Austin schlug dann vor, dass ich ihm die Waffe übergeben sollte, bevor ich das Schwert scheinbar aus meiner Rüstung hervorzog. Noch blieb aber das Problem woher ich das Schwert ziehen sollte. Ich ging ein paar Schritte und das Fiberglas an meinem rechten Knie verhakte sich mit dem Kniegelenk. 

Oh Mann, das Problem brauchte ich jetzt nicht auch noch. Ärgerlich justierte ich meine Beinrüstung um sicher zu gehen dass ich mein Knie abbiegen konnte. Dann traf es mich. Die Beinrüstung die sich von meinem Knöchel bis zu meinem Knie erstreckte, war mit nichts verbunden. Im Grunde war sie freischwebend. Das bedeutet dass da ein Zwischenraum war, mit keinerlei Riemen im Weg. Es stellte sich heraus, das es genau die richtige Größe hatte um die Schwertklinge hineinzustecken. Tatsächlich passte die Klinge so gut hinein, wie in ein extra Maßangefertigtes Holster. Für diese Aufgabe hätte es nicht besser sein können. John Austin und ich sahen uns an und lachten. Gott, was für eine Erleichterung das herausgefunden zu haben. 

** 

Die Anweisungen die ich für diese Szene bekommen hatten, waren wie folgt: Nachdem ich einige Hiebe an der ' Leiche' vorgenommen hatte, sollte ich dann die schreckliche Kralle benutzen, die abwärts vom Handgriff der Waffe hervorstand, um den Brustkorb des Opfers - ein wenig wie mit einem Dosenöffner - zu öffnen. Dann sollte ich so agieren als ob ich meine Hand in den Brustkorb steckte und das Herz extrahierte. Im Anschluss daran sollte ich es hochhalten und meinen Chig-Kameraden zeigen. Als alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, war es an mir eine Vorstellung hinzulegen die die Verzögerung wert war. Ich war sehr entschlossen den Regisseur nicht zu enttäuschen, besonders weil er entschieden hatte mich als "den Schauspieler der das Schwert schwingt" zu behalten. Ich war zu diesem Zeitpunkt emotional sehr hochgepuscht. Als Hr. Kolbe "Action" schrie, hackte ich auf die Attrappe mit heftigem Ärger ein. Meiner Meinung nach schauspielerte ich nicht.

Dann hielt ich das Schwert himmelwärts und stieß die Kralle brutal in den Brustkorb des Dummys. Ich stieß so hart zu, dass der Brustkorb tatsächlich offen war. Schlecht für mich war die Tatsache dass ich den Schlag so kraftvoll ausführte, dass ich mir einen Muskel in der Leiste ernsthaft zerrte. Es war sehr schmerzhaft, aber ich machte mit der Aufnahme weiter, als würde mir nichts fehlen. Ich gab eine der besten Vorstellungen meines Lebens um die Umstehenden nicht merken zu lassen, das ich verletzt war. Ich fühlte das ich meinen Worten auch Taten folgen lassen musste. Jetzt war es eine Angelegenheit des persönliches Stolzes. Ich gab alles was ich hatte. :-)

An diesem Punkt wünschte ich mir, das wir in unseren Aufenthaltsbereich zurückkehren durften. Aber unsere Arbeit musste noch beendet werden. Die nächste Aufnahme sollte eine Fortsetzung der "zerhacke Colquitt" Szene werden. Die Filmcrew bewegte die Kamera noch einige Meter hinauf und änderten die Linseneinstellungen für diese Kamera. Als das Filmen begann, gab John Austin das Chiggewehr an mich zurück. Aber dieses Mal wurde es in meiner linken Hand platziert. Ich behielt das Alien-Schwert in meiner rechten Hand, wir drehten uns zur Kamera und begannen flott darauf zuzugehen. Diese Einstellung war angeblich 'Hawkes POV' - ( point of view.) Gehen war schmerzhaft für mich und ich kämpfte die Leute nicht merken zu lassen das ich hinkte. Ich denke dass ich tatsächlich unter meinem Chighelm gewimmert habe. Immer noch wussten weder die Produktionsmannschaft noch meine Schauspielerkollegen wie es um mich stand. (Heute, wenn ich mir die Bänder der Show ansehe, kann ich darüber sprechen - aber ich kenne meine Körperbewegungen ... ich suche speziell danach).

Als wir uns bis auf 10 yards auf die Kamera zubewegt hatten, rief Mr. Kolbe erneut "cut". Aber unsere Arbeit war noch immer nicht beendet. John, Sam und ich mussten stillstehen als sie das Licht neu einstellten und die Kameralinsen neu fokussierten. Wir hörten zu wie Mr. Kolbe Rodney Rowland Instruktionen gab wie die nächste zu drehende Szene darzustellen sei. Wie der Regisseur erklärte, sollten die Chigs denken dass sie "Hawkes" getötet hatten, und waren unterwegs den Körper zu schlachten. Rodney würde auf den richtigen Moment warten bevor wir ihn erreicht hatten, aufspringen und Sam und Austin niederschießen. Dann sollten er und ich eine Auseinandersetzung haben. Ich würde mein Schwert nach ihm schlagen und ihn verfehlen. Und er würde mich dann abmurksen. Ich war tatsächlich sehr aufgeregt darüber. Der Nahkampf mit Hawkes würde eine große Szene für mich sein.

Chig Memoirs © 2000 "John Bro" Wilkie

Quelle und Copyright: http://www.johnbro.com/JbCM1.html 

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