Gefahren für die Menschheit -
Ein Blick in die Science Fiction-Geschichte (Teil 1)

Chigs, Zylonen, Borg, Atomkriege, mutierte Insekten oder Virenkatastrophen. Wirft man einen Blick in die Science Fiction-Geschichte, wundert man sich, warum wir überhaupt noch am Leben sind. Es gibt kein anderes Genre, in dem die Menschheit häufiger vor dem Abrund steht oder sogar vernichtet wird. Im Laufe der Jahrzehnte veränderten sich diese Bedrohungen allerdings. SpaceNews macht einen kleinen Ausflug zu den Gefahren für die Menschheit.

Die 50er Jahre -
Saugnäpfe und Riesenameisen

Einen großen Boom erlebte das Science Fiction-Genre in den 50er Jahren. Bezeichnend für die Filme dieser Zeit war, dass fast ständig der Ausnahmezustand herrschte. "Freund und Feind waren nicht mehr zu unterscheiden. Wissenschaftler spielten verrückt. Roboter liefen Amok. Fliegende Untertassen erschienen am Himmel und versetzten mit ihren Todesstrahlen Stadt und Land in Panik (...). Die einzigen, die nicht die Übersicht verloren, beherrschten die Szene: Die Militärs." (Die Science Fiction Filme. Hamburg 1983, S.9).

Einer der großen SF-Schocker dieser Zeit war Das Ding aus einer anderen Welt. Er beschreibt den Kampf in einer am Nordpol gelegenen Forschungsstation gegen einen hochintelligenten, aggressiven Außerirdischen pflanzlichen Ursprungs, einer "gefräßige(n) Mischung aus fleischfressender Pflanze und Frankensteinmonster". (Die Science Fiction Filme. Hamburg 1983, S.108). Das Ding hat die Eigenschaft "seine Form beliebig zu ändern, mit jedem lebenden Gewebe zu verschmelzen und sich auf diese Weise perfekt zu tarnen, so dass schon nach kurzer Zeit keiner der Expeditionsteilnehmer mehr weiß, wer noch Mensch und wer schon Monstrum ist". (Das Heyne-Lexikon des Science Fiction Films. München 1993, S.169). Nach einem verzweifelten Kampf gelingt es den Protagonisten unter der Leitung der anwesenden Militärs schließlich, das Alien in eine elektrische Falle zu locken und ihm den Garaus zu machen.

Dem Ding folgten viele weitere Allaggressoren, von denen nicht wenige versuchten, die Gesellschaft zu infiltrieren und zu unterwandern. Am subtilsten gingen dabei Die Dämonischen 1956 unter der Regie von Don Siegel vor. "Die Invasoren sind keine ekelerregenden Monstrositäten aus dem All, sondern körperlose Wesen, die später vom Menschen rein äußerlich nicht mehr zu unterscheiden sind." (Der Science Fiction Film. München 1983. S.98). Sie sind eine gesichtslose Macht, die von den Menschen Besitz ergreift, sie umformt, verändert und ihnen ihre Individualität raubt.

Die Invaders from Mars brachten 1953 ebenfalls Menschen unter ihren Einfluss und verwandelten sie in willenlose Hüllen. "Im Mittelpunkt steht ein Junge (...), der eines Nachts zufällig beobachtet, wie eine fliegende Untertasse hinter dem Haus seiner Eltern landet und dort im Erdreich verschwindet. (...) Zu seinem Entsetzen muss er in den darauffolgenden Tagen (...) mit ansehen, wie die Stadt langsam von den Außerirdischen übernommen wird. Sie lassen die Menschen zu willenlosen Puppen werden, indem sie ihnen Kristalle ins Gehirn einpflanzen." (Der Science Fiction Film. München 1983, S.90).

Neben der schleichenden Unterwanderung gab es in den 50er Jahren aber auch unzählige offene Invasionen. Als Prototyp des Invasionsfilms wird häufig Byron Haskins Kampf der Welten bezeichnet. Hier greifen saugnäpfige Marsianer unter anderem Südkalifornien an. 1956 verwickeln Aliens in Fliegende Untertassen greifen an die Menschen über Washington in eine gewaltige Luftschlacht. This Island Earth war 1955 das Ziel einer weiteren Invasion. Die Bösen kommen hier von der sterbenden Welt Metaluna und planen eine kriegerische Übersiedlung zur Erde, wo sie die Führer werden wollen.

In den Science Fiction-Filmen dieser Zeit wurden die Menschen aber noch von etwas anderem bedroht. Von Riesenmonstern, Rieseninsekten oder mutierten Menschen, die sich oft durch den Einfluss von radioaktiven Strahlen in Ungeheuer verwandelt hatten, oder durch Atomexplosionen geweckt worden waren.

Einer der ersten "Insekten"-Filme war Formikula aus dem Jahr 1954. Hier verwandeln radioaktive Strahlen einfache Ameisen in Riesentiere so groß wie Elefanten. Am Ende rückt die Nationalgarde "bis an die Zähne bewaffnet" gegen die Ungeheuer vor "und rottet die Ameisen samt Königin mit Flammenwerfern aus". (Das Heyne-Lexikon des Science Fiction Films. München 1993. S.269). Der Film selbst sieht sich als Warnung vor der Atomkraft, wie sein Epilog erkennen lässt. "Als der Mensch in das Atomzeitalter eintrat, öffnete er die Tür zu einer neuen Welt. Was er in dieser Welt finden wird, kann niemand vorhersagen." (Die Science Fiction Filme. Hamburg 1983. S.29).

Formikula folgten viele weitere Filme voller Ungeziefer. 1955 rückte das US-Militär mit Düsenjägern und Napalm gegen die Riesenspinne Tarantula vor. "In Attack of the Crab Monster (...) sind es Riesenkrebse, die die amerikanische Küste überfallen, Kronos (...) lässt eine fliegende Untertasse einen Roboter auf die Erde bringen, der alle Energie absorbiert. The Monster, that Changed the World (...) präsentiert eine riesige Seeschnecke, The Monster from Green Hell (...) zeigt eine Anzahl von Wespen, die sich durch radioaktive Strahlung in Rieseninsekten verwandeln, The Black Scorpion lässt neben dem Skorpion des Titels auch Würmer und Spinnen ins Gigantische wachsen." (Kino des Utopischen. Reinbeck bei Hamburg 1980. S.171). Von Eric Z.

Literaturhinweise zu
"Gefahren für die Menschheit - Ein Blick in die Science Fiction-Geschichte (Teil 1)"

Hahn, Roland M. / Jansen, Volker unter Mitarbeit von Wolf Jahnke:
"Das Heyne-Lexikon des Science Fiction Films. 1500 Filme von 1902 bis heute"
München 1993

Hellmann, Christian:
"Der Science Fiction Film"
München 1983

Seeßlen, Georg:
"Kino des Utopischen: Programm Roloff und Seeßlen. Geschichte und Mythologie des Science Fiction-Films"
in
"Grundlagen des populären Films 4"
Reinbeck bei Hamburg 1980

Ein Filmbuch von cinema:
"Die Science Fiction Filme"
Hamburg 1983

Bericht von: Eric Z.
Patin: Alexandra M.

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