Gefahren für die Menschheit -
Ein Blick in die Science Fiction-Geschichte (Teil 2)

Die 60er Jahre -
Die Angst vor der Bombe

Während die 50er Jahre von Alien-Invasionen und Rieseninsekten geprägt waren, präsentierte sich das nächste Jahrzehnt des Science Fiction-Films viel weniger irrational. An die Stelle der Angriffe aus dem All rückte nun eine Gefahr, die viel näher an der Realität lag. Die Gefahr durch die Atombombe.

Einer der ersten Filme mit diesem Thema entstand bereits 1959. Er heißt Das letzte Ufer und geht davon aus, dass 1964 ein Atomkrieg stattgefunden hat. "Radioaktive Wolken ziehen nach Süden. Man erwartet das Ende der Welt in einem halben Jahr." (Das Heyne-Lexikon des Science Fiction-Films. München 1993. S.491). Die Vereinigten Staaten sind eine verseuchte menschenleere Wüste. Das titelgebende letzte Ufer ist Australien, wo sich schließlich die letzten Reste der Menschheit versammeln, um zu sterben.

The War Game von 1966 ist diesem Film sehr ähnlich. Am Anfang des Films steht eine dramatische Zuspitzung des Vietnamkrieges. Die NATO sieht sich dazu veranlasst, "überall in Europa nukleare Raketen in Abschussbereitschaft zu bringen. (...) Nachdem die Sowjetischen Streitkräfte Berlin besetzt haben, droht die US-Regierung mit einem atomaren Angriff. Diese Drohung löst einen russischen Präventivschlag aus". (Kino des Utopischen. Reinbeck bei Hamburg 1980. S.210). Nüchtern wie eine Reportage schildert Regisseur Peter Watkins die Zeit nach dem großen Knall.

Auch in Fail Safe von Sidney Lumet kommt es zum Abwurf von Atombomben. In diesem Film führt ein Missverständnis zur Katastrophe. "Ein Passagierflugzeug, vom Kurs abgekommen, bringt die amerikanische Verteidigungsmaschinerie auf Trab. Da man das auf dem Radarschirm sichtbare Objekt nicht identifizieren kann, setzt man ein Geschwader Überschall-Atombomber in Marsch. Als der Irrtum aufgeklärt wird, ist es schon zu spät." (Das Heyne-Lexikon des Science Fiction-Films. München 1993. S.57). Schließlich kann der Weltuntergang nur verhindert werden, indem der US-Präsident als "Vergeltung" für die Zerstörung Moskaus New York vernichten lässt.

Als ultimativer Film mit dem Thema Atombombe wird häufig Stanley Kubricks zynische "Atom-Komödie" Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben genannt. Auslöser der hier gezeigten Katastrophe sind die Verschwörungsphantasien von General Jack D. Ripper, dem Kommandanten eines "Luftwaffenstützpunktes, auf dem atomwaffenführende B-52-Bomber stationiert sind". (Kino des Utopischen. Reinbeck bei Hamburg 1980. S.206). Der paranoide Antikommunist glaubt, dass "es die Sowjets auf seine Körpersäfte abgesehen" haben. (Der Science Fiction Film. München 1983. S.159). Weil er die "kommunistische Infiltration, kommunistische Indoktrination, kommunistische Subversion und die internationale kommunistische Konspiration" nicht länger dulden kann, schickt er seine Bomber los, um die Sowjetunion auszulöschen. (Der Science Fiction Film. München 1983. S.158/159).

Die auftretenden Personen in Dr. Seltsam sind allesamt Knallchargen, wobei Kubrick zwischen Amerikanern und Sowjets keinen Unterschied macht. Der US-General Furgidson schlägt allen Ernstes vor, "zur Erhaltung des Vaterlandes und der westlichen Lebenskultur und

zur Erhaltung der natürlichen Säfte" Rippers Plan zu unterstützten. (Der Science Fiction Film. München 1983. S.160). Als der US-Präsident über den heißen Draht mit dem sowjetischen Staatschef sprechen will, ist dieser mal wieder besoffen. Der herbeigerufene Sowjetbotschafter eröffnet den Amerikanern, dass die Sowjetunion inzwischen eine "Weltvernichtungsmaschine" installiert hat, die eigentlich erst auf dem nächsten Parteikongress hätte vorgestellt werden sollen. Schließlich sind da noch der deutsche Wissenschaftler Dr. Seltsam, "dessen künstlicher Arm sich immer noch zum Hiltler-Gruß strecken will" (Der Science Fiction Film. München 1983. S.162) und eine "aus den Klischee-Figuren des amerikanschen Kriegsfilms zusammengesetzte" B-52-Crew. (Kino des Utopischen. Reinbeck bei Hamburg 1980. S.207).

Ganz an einem Atomkrieg kam selbst die amerikanische Fernsehserie Star Trek nicht vorbei, die 1966 startete. Nachdem Mitte des 21sten Jahrhunderts der Dritte Weltkrieg getobt hat, ist die Menschheit endlich zur Vernunft gekommen. "Die Erdbevölkerung hat sich in Frieden vereinen können. Nachdem die Terraner fremde Welten besiedelt, bewohnte Planeten entdeckt und neue Allianzen geschlossen haben, wurde die Föderation gegründet." (Das große STAR TREK-Buch. Nürnberg 1997. S.11).

Literaturhinweise zu
"Gefahren für die Menschheit - Ein Blick in die Science Fiction-Geschichte (Teil 2)

Hahn, Roland M. / Jansen, Volker unter Mitarbeit von Wolf Jahnke:
"Das Heyne-Lexikon des Science Fiction Films. 1500 Filme von 1902 bis heute"
München 1993

 Hellmann, Christian:
"Der Science Fiction Film"
München 1983

Seeßlen, Georg:
"Kino des Utopischen: Programm Roloff und Seeßlen. Geschichte und Mythologie des Science Fiction-Films"
in
"Grundlagen des populären Films 4"
Reinbeck bei Hamburg 1980

Eine TeleVision-Publikation:
"Das große STAR TREK-Buch"
Nürnberg 1997

Bericht von: Eric Z.
Patin: Alexandra M.

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